Aktuelles


April 2025

Lesung: Gerd Herholz: »Gespenster GmbH. Interventionen aus dem Ruhrgebiet«

8. April 2025, 19:30 Uhr, Literaturhaus Dortmund, Neuer Graben 78, 44139 Dortmund

Eintritt frei

Diverse Gespenster, teils langlebig und zäh, treiben in der Kultur- und Literaturlandschaft längs der Ruhr ihr Unwesen. Gerd Herholz spürt sie auf und geht ihnen nach, in ihrem mentalen wie materiellen Umfeld. Er nimmt die sozioökonomischen Haltungsschäden im einst schwerindustriell geprägten Ballungsraum in den Blick, vor allem aber die verheerenden Verlockungen der Kreativwirtschaft.

In seinen Beiträgen und Essays spießt Herholz spöttisch die Blähvokabeln eines Kulturbetriebs auf, der – vom Innovationsdruck gedrängt – jedes hochtrabende Heilsversprechen nur allzu gern glauben mag. Eine durchdachte Lese- und Literaturförderung sähe anders aus. Doch anstelle vielfältiger Vermittlungsarbeit folgen Marketingstrategen im Revier lieber dem Sog aufwendiger Events.

Neben polemischen Betrachtungen versammelt der Band Begegnungen, engagierte Plädoyers und kritisch würdigende Porträts einzelner Autorinnen und Autoren: für eine Literatur, die beharrlich gegen Gespenster anschreibt.

Gerd Herholz, geb. in Duisburg, ist Literaturvermittler, freier Autor und Journalist. Er war bis 2018 wissenschaftlicher Leiter des Literaturbüros Ruhr und schreibt für Zeitungen, Zeitschriften, Blogs und den Rundfunk. Der Band versammelt Beiträge aus den Jahren 2011 bis 2023.

Moderation: Arnold Maxwill

Eine Kooperationsveranstaltung des Fritz-Hüser-Instituts mit dem Literaturhaus Dortmund.


Anja Liedtke: Wilde & gezähmte Natur. Literarischer Spaziergang

27. April 2025, 15:00 Uhr, Kokerei Hansa, Emscherallee 11, 44369 Dortmund

Eintritt frei, festes Schuhwerk nötig. Anmeldung erwünscht: fhi@stadtdo.de

Vom alten Industrie- zum Freizeitareal: Die Kokerei Hansa in Dortmund-Huckarde steht beispielhaft für den Wandel in der Arbeitswelt und den Umgang mit zurückbleibenden Geländen. Das Industriedenkmal wird nicht länger eine Mischung aus Brache und Museum sein. Anja Liedtke ist vielfach ausgezeichnete Expertin fürs Nature Writing. Sie widmet sich in ihrer Langzeitbeobachtung der Frage nach wilder und gezähmter Natur. Gemeinsam mit dem Publikum wird sie das Gelände zwischen Kokerei und Deusenberg erkunden und aus ihren frisch entstandenen Texten vortragen, um dann ins Gespräch zu kommen.

Anja Liedtke (Bochum) widmet sich seit vielen Jahren dem Nature Writing. Sie ist Dozentin für Kreatives Schreiben, veröffentlichte Romane, Theaterstücke, Reiseerzählungen und Sachbücher. 2022 war sie Writer in Residence der Franz-Edelmaier-Residenz für Literatur und Menschenrechte in Meran.

Moderation: Arnold Maxwill

Eine Veranstaltung des Fritz-Hüser-Instituts in Kooperation mit der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.

Bestandteil des Projekts »Alte Arbeit & neue Natur. Die Kokerei Hansa als Ort der Transformation« (September 2024–Oktober 2025) im Rahmen von aufbrüche – literaturfestival [lila we:] 2025. Das Projekt wird von der LWL-Kulturstiftung im Rahmen des Kulturprogramms zum Jubiläumsjahr »1250 Jahre Westfalen« gefördert. Schirmherr des Kulturprogramms ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.


März 2025

Lesung: Jana Volkmann: »Der beste Tag seit langem«

6. März 2025, 19:30 Uhr, Literaturhaus Dortmund, Neuer Graben 78, 44139 Dortmund

Eintritt frei

Jana Volkmann erzählt mit feinem Humor von Tieren, Menschen und gleichberechtigten Formen des Zusammenlebens, die ebenso selbstverständlich wie revolutionär sind.

Eine Sommernacht in der Wiener Innenstadt, zwei Frauen sind auf dem Heimweg, als ihnen in einer kleinen Gasse ein herrenloses Pferd begegnet. Das leicht verwahrloste Tier trottet ihnen nach bis zu ihrem Häuschen in der Vorstadt und bezieht im Garten Quartier. Fortan kümmern die beiden sich um den neuen Mitbewohner. Was zunächst wie eine märchenhafte Fantasie anmutet, steigert sich zu einem außergewöhnlichen Roman über das Zusammenleben von Tier und Mensch, über Tierrechte und Ausbeutung, über Selbstbestimmung und ihre Grenzen. Mit Eleganz und Witz erzählt Jana Volkmann eine hochaktuelle Geschichte, in der Hühnerfabriken gestürmt werden, Schweine über die Simmeringer Hauptstraße galoppieren – und jede*r für sich entscheiden muss, wie wir in Zukunft leben wollen.

Jana Volkmann, geboren 1983 in Kassel, hat in Berlin Europäische Literaturen studiert, seit 2012 lebt und schreibt sie in Wien.

Moderation: Arnold Maxwill

Eine Kooperationsveranstaltung des Fritz-Hüser-Instituts mit dem Literaturhaus Dortmund.

Mehr Informationen und Ticketreservierung hier.


Vortrag: Dr. Sandra Beck: »Bin ich ein überflüssiger Mensch?« (Mela Hartwig). Zur Wiederentdeckung expressionistischer Autorinnen

20. März 2025, 19.00 Uhr, Museum Ostwall, U-Dortmund, Leonie-Reygers-Terrasse 2, 44137 Dortmund

Eintritt frei

Lange Zeit prägte die von Kurt Pinthus herausgegebene Anthologie »Menschheitsdämmerung« (1919) das Bild des expressionistischen Jahrzehnts. In dieser Blütenlese war nur eine Autorin vertreten: Else Lasker-Schüler. Es gibt aber weit mehr expressionistische Autorinnen, die es wiederzuentdecken lohnt. An diesem Abend soll nachgeholt werden, was zu lange und zu Unrecht vergessen wurde

Moderation: Dr. Iuditha Balint

Eine Kooperationsveranstaltung des Fritz-Hüser-Instituts mit dem Museum Ostwall im Rahmen der Ausstellung »›Tell these people who I am‹ – Künstlerinnen des Expressionismus und Fluxus«.

Mehr Informationen und Ticketreservierung hier.


Podiumsgespräch auf der Leipziger Buchmesse: Engagement & Empathie. Josef Redings Schreibarbeit

29. März 2025, 15:00 Uhr, Leipziger Buchmesse, Literarischer Salon NRW, Halle 5, Stand D 402

Josef Reding (1929–2020) war eigentlich überall, unentwegt von Auftritt zu Auftritt unterwegs und ständig an allen möglichen Orten publizierend. Wie aber vom Schreiben leben können? Als Vorsitzender des Verbands deutscher Schriftsteller NRW trat der Dortmunder Schriftsteller bereits in den 1970ern für eine angemessene Entlohnung kreativer Arbeit ein.

In seiner fünfzigjährigen Autorenlaufbahn hat er sich engagiert, wo immer er Unrecht, Ausgrenzung, Gewalt, Rassismus sah. Geprägt war er dabei vor allem auch durch seine transkontinentalen Reisen, auf denen er Dokumentarfilme drehte. Viele seiner Short Storys wurden später Schulbuchlektüren.

Im Gespräch über Redings Biografie und dessen Arbeit zwischen Rechnungen und Reden zeigt Jannick Griguhn (FHI) anhand zahlreicher Funde aus dem Nachlass einen Autor, den es neu zu entdecken gilt.

Moderation: Arnold Maxwill

Eine Kooperationsveranstaltung des Fritz-Hüser-Instituts mit dem Literaturhaus Dortmund.