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November 2025

Lesung und Gespräch: Dinçer Güçyeter »Unser Deutschlandmärchen« | »O poveste despre Germania noastră« (dt./rum.)

6. November 2025, 18:00 Uhr, Cinema ARTA, Str. Universității 3, Cluj-Napoca, Rumänien

Eintritt frei

Der vielfach ausgezeichnete deutsche Schriftsteller Dinçer Güçyeter liest in Cluj-Napoca/Klausenburg (Rumänien) aus seinem preisgekrönten Roman »Unser Deutschlandmärchen«. Der Roman kraftvolle, poetische Erzählung über Migration, Identität und familiäre Herkunft verbindet autobiografische Elemente mit Fiktion und Lyrik zu einem bewegenden Porträt einer Familie zwischen Welten, Brüchen, Schweigen und Selbstbehauptung. Der Abend bietet eine besondere Gelegenheit, den Autor persönlich in Cluj zu erleben und gemeinsam mit Manuela Klenke, der Übersetzerin des Romans ins Rumänische, der Regisseurin Lina Vdovîi und dem Soziologen Sorin Gog über Literatur, Zugehörigkeit und ein Erzählen jenseits von Grenzen zu sprechen.

Gäste | Invitați:
Dinçer Güçyete [de] – Autor des Romans »Unser Deutschlandmärchen« | Autor al romanului »O poveste despre Germania noastră«

Manuela Klenke [ro/de] – Übersetzerin des Romans »Unser Deutschlandmärchen« | Traducătoare a romanului »O poveste despre Germania noastră«

Lina Vdovîi [ro] – Co-Regisseurin des Dokumentarfilms »Tata« | Co-regizoare a filmului documentar »Tata«

Moderation: Sorin Gog [ro] – Anthropologe und Soziologe an der Babeș-Bolyai-Universität in Klausenburg | Antropolog și sociolog în cadrul Universității Babeș-Bolyai din Cluj-Napoca.

Lesung und Gespräch finden in rumänischer und deutscher Sprache statt.

Büchertisch von der Buchhandlung Librarium. | Lectura publică și discuția vor avea loc în limba română și germană. Participarea este gratuită în limita locurilor disponibile. Librăria Librarium va pune la dispoziție spre vânzare, în foaierul Cinema ARTA, cartea tradusă în limba română.


»Bildet Banden, Literaten!« Abschied vom Archiv. Lesung, Podcast und Filmvorführung

12. November 2025, 14:30 Uhr, Industriesalon Schöneweide (barrierefrei), Reinbeckstr. 10, 12459 Berlin

Eintritt frei

Moderation Ray-Dany Mathiscig (Vorstand SchreibArt e.V.)

14:30 Uhr: Jan Eik (Schriftsteller): »Die schreibenden Arbeiter und ich«

»Kritik und Zärtlichkeit – Schreibende Arbeiter:innen in Ost und West« Ausschnitte aus einem Studierendenpodcast der Humboldt-Universität Berlin unter der Leitung von Paul Kother

15:20 Uhr: Filmvorführung: »Literatur der Arbeiter«. Dokumentarfilm, Regie: Ray-Dany Mathiscig

Mit Redebeiträgen von Dolores Pieschke (Vorsitzende SchreibArt e.V.), Dr. Iuditha Balint (Direktorin Fritz-Hüser-Institut) und Regina Kittler (Vorsitzendende Landesverband Berlin im Deutschen Bibliotheksverband) 


»Bildet Banden, Literaten!« DDR Post-DDR. Lesung und Gespräch mit Anett Gröschner und André Kubiczek

14. November 2025, 19:30 Uhr, Literaturhaus Dortmund, Neuer Graben 78, 44139 Dortmund

Eintritt frei

Moderation: Prof. Dr. Corinna Schlicht

Ein Abend über Geschichte und Geschichten, die auf Spurensuchen gehen. Die Autor:innen Annett Gröschner und André Kubiczek lesen aus ihren Romanen »Schwebende Lasten« und »Nostalgia« – und sprechen mit der Literaturwissenschaftlerin Corinna Schlicht über Schlagworte und Verschlagwortung. Sie fragen danach, was die DDR ist und was die Post-DDR ausmacht, wem die Geschichte gehört, wer schreibt, wer spricht, wie die literarische Arbeit am kollektiven Gedächtnis vonstattengeht. Und sie fragen, was das Schreiben in einem Danach über das Davor ausmacht, und was Weiterschreiben bedeutet.

»Schwebende Lasten« erzählt vom Leben der Blumenbinderin und Kranfahrerin Hanna Krause, die zwei Revolutionen erlebt hat, zwei Diktaturen, einen Aufstand, zwei Weltkriege und zwei Niederlagen, zwei Demokratien, den Kaiser und andere Führer. Die gute und schlechte Zeiten erlebt, sechs Kinder geboren und zwei davon nicht hat begraben können, was ihr naheging bis zum Lebensende.

»Nostalgia« ist André Kubiczeks vielleicht persönlichstes Buch. Es handelt von seiner Beziehung zur Mutter, die versuchte, in der Fremde eine Heimat zu finden. Dabei entsteht ein etwas anderes Bild vom Leben in der DDR – aus der Perspektive einer binationalen Familie, die im Alltag anzukommen versucht. Ein Roman, der einfühlsam und voller Wärme von Vertrautheit, Fremdsein und Liebe über Kulturen und Vorurteile hinweg erzählt.

Annett Gröschner, geboren 1964 in Magdeburg, lebt seit 1983 als Schriftstellerin in Berlin. Bekannt wurde sie vor allem mit ihren Romanen »Moskauer Eis« (2000) und »Walpurgistag« (2011). Zuletzt erschien bei Hanser ihr gemeinsam mit Peggy Mädler und Wenke Seemann verfasster Bestseller »Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat« (2024). Annett Gröschner wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Großen Kunstpreis Berlin (Fontanepreis), dem Klopstock-Preis und dem Mainzer Stadtschreiber Literaturpreis von ZDF, 3sat und der Landeshauptstadt Mainz.

André Kubiczek, 1969 geboren, lebt in Berlin. 2002 erschien sein hochgelobter Roman »Junge Talente«, 2003 »Die Guten und die Bösen«. 2007 wurde André Kubiczek mit dem Candide-Preis ausgezeichnet. »Skizze eines Sommers« (2016) stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschienen sind von ihm »Komm in den totgesagten Park und schau« (2018), »Straße der Jugend« (2020) und »Der perfekte Kuss« (2022). »Nostalgia« ist sein jüngster Roman.


Max Baitinger: »Birgit & Sibylla«. Ein Comicabend zu Arbeit und Poesie

19. November 2025, 19:30 Uhr, Literaturhaus Dortmund, Neuer Graben 78, 44139 Dortmund

Eintritt frei

Birgit ist eine langjährige Verwaltungsangestellte, die ihre Arbeit und die Abläufe im Büro genau kennt. Als die neue Vorgesetzte Aufgaben verteilt, bleibt sie untätig vor dem Bildschirmschoner sitzen und wartet ab. Irgendwann packt Birgit einen Karton mit ihren Habseligkeiten und geht. Die Momentaufnahme einer Figur, die unvermittelt aus ihrem bisherigen Alltag aussteigt.

Sibylla Schwarz wurde in Greifswald geboren, mitten in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Mit 17 starb sie an der Ruhr. In diesem kurzen Leben verfasste sie über hundert Gedichte von großer poetischer Kraft, die von einem erstaunlichen Selbstbewusstsein als Bürgerin und Frau zeugen. Sehr lange gehörte sie zu den bekanntesten Dichterinnen und geriet dann in Vergessenheit.

Max Baitinger wurde 1982 in Penzberg, Oberbayern, geboren. Nach einer Schreinerausbildung begann er, Comics zu zeichnen und studierte Illustration an der Hochschule für Graphik- und Buchkunst in Leipzig. Für seine Graphic Novel »Sibylla« erhielt er den Comicbuchpreis 2020.

Eine Kooperation des Fritz-Hüser-Instituts mit dem schauraum: comic + cartoon und dem Literaturhaus Dortmund. Eine Veranstaltung im Rahmen der vierten Comic-Lesewoche.


»Zwischen Pflichtpirouetten ’ne Kür hinzaubern«. Workshop zum Werk von Ilse Kibgis

20. November 2025, 10–18 Uhr, Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt, Rhader Weg 5, 44388 Dortmund

Begrenzte Platzanzahl, Anmeldung erforderlich unter fhi@stadtdo.de

Weibliche Arbeit an der Supermarktkasse, im Garten oder in der Wäscherei, flüchtige und dennoch scharfgestellte Blicke auf Innenstädte, Arbeitersiedlungen und Zeitungsauslagen, die Küche als Ort weiblichen Schreibens, Glaube, Hoffnung, Armut und soziale Verhältnisse.  Ausgehend vom Nachlass der Autorin Ilse Kibgis, das im Archiv des Fritz-Hüser-Institut aufbewahrt wird und vollständig digitalisiert wurde, bietet dieser Workshop erstmalig eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Werk der Autorin. Mit Beiträgen von u.a.: Julian Sieler zu Gegensätzen im lyrischen Werk, Thomas Wortmann zu Arbeit und Leben, Sandra Beck zu Arbeit in Krieg und Frieden, Irmtraud Hnilica zu Wohnen, Corinna Schlicht zu Körpern in Räumen.

Organisation: Iuditha Balint (Fritz-Hüser-Institut) und Thomas Wortmann (Universität Mannheim)

Eine Kooperation des Fitz-Hüser-Instituts mit dem Seminar für Deutsche Philologie der Universität Mannheim.