Fritz Hüser-Gesellschaft unterstützt
das PEN-Projekt „Writers-in-Exile“

Anzhelina Polonskaya, eine russische Schriftstellerin ist Stipendiatin des PEN-Projektes „Writers -in-Exile“ und wurde vor wenigen Tagen in Dortmund empfangen. Die Lyrikerin hat sieben Gedichtbände veröffentlicht, von denen zwei ins Englische übersetzt, in den USA erschienen. Ihre Gedichte wurden auch in russischen Zeitschriften und Zeitungen publiziert, aber in den letzten Jahren nicht mehr veröffentlicht. Sie schrieb das Libretto zum Oratorium „Kursk“ des  australischen Komponisten David Chisholm, einem Requiem auf die im Jahr 2000 umgekommene russische U-Boot-Besatzung. Es wurde 2011 in Melbourne uraufgeführt. Seitdem ist Anzhelina Polonskaya für die Mächtigen im Kreml eine Dissidentin.  Begleitet und unterstützt wird sie in den nächsten Monaten von Marlies Schellbach, Fritz Hüser-Gesellschaft.

Foto Eberhard Weber: v. l.nach r.: Heinrich Peuckmann, Generalsekretär des PEN, Sandra Weires-Guia, Projektleiterin, Anzhelina Polonskaya, Leander Sukov, Vizepräsident des PEN und Marlies Schellbach, Fritz Hüser-Gesellschaft.

Veranstaltungen des Fritz-Hüser-Instituts
September – Dezember 2020

Die Veranstaltungen finden im Rahmen der Jubiläumsreihe „works & circles. 50 Jahre Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“ statt. Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, der Kunststiftung NRW und der LWL-Kulturstiftung.

„Gruß und Faust!“ Werkkreis-Videoinstallation
24. September 2020, 19.00 Uhr, atelier automatique, Rottstrasse 14, 44793 Bochum
Eintritt frei, bitte Personalausweis mitbringen.

Die Videokollagen von Roland Mikosch thematisieren den Werkkreis Literatur der Arbeitswelt, eine schriftstellerische und künstlerische Vereinigung, die für die deutschsprachige literarische Landschaft der 1970er- und 80er-Jahre prägend war. Interviews mit Akteur*innen des Werkkreises, historische Dokumente, Graphiken, Photographien und eine ganze Reihe an Bild- und seltenen Tonmaterialien führen in eine gut durchdachte Vereinsstruktur ein, lassen Schriftster*innen wie Graphiker*nnen die Hochzeiten des Werkkreises Revue passieren, geben Einblick in eine repräsentative Auswahl an Werken aus den Federn des Werkkreises und stellen die Frage nach der Aktualität der Themen, den Anspruch an bestimmte Ästhetiken, Themen und Stile: Klassen- und Arbeitsverhältnisse, Feminismus, Ökologie, Migration – Dokomentarizität, Authentizität.
Gestalter: Roland Mikosch – Kuratorin: Michaela Wiegand
Eine Kooperation des Fritz-Hüser-Instituts mit dem atelier automatique.

Preisverleihung Schreibwettbewerb „TextArbeit“
26. September 2020, 18.00 Uhr – Online-Veranstaltung
Streamingplattform wird noch bekannt gegeben. Anmeldung unter: kbecker@stadtdo.de
Es wir gelesen, gefeiert, prämiert!

Die Teilnehmer*innen unseres Schreibwettbewerb stellen Texte vor, die sie in einem Workshop mit Ralf Thenior geschrieben haben. Sie sprechen über ihre Erfahrungen beim Beobachten von Arbeitswelten – und erzählen davon, was sie dazu bewegt hat und wie es war, über das Thema Arbeit literarische Texte zu verfassen. Es wird ein Publikumspreis und Jurypreis verliehen. Hinzu kommt, neben weiteren Überraschungspreisen, eine kleine Anthologie, die den Teilnehmer*innen überreicht wird.
Eine Kooperation des Fritz-Hüser-Instituts mit dem Kulturgut Haus Nottbeck und den RuhrPoeten.

Book Release feat. Die kürzeste Graphik-Ausstellung der Welt
Texte zum Werkkreis Literatur der Arbeitswelt in „Literatur in Westfalen“ Nr. 17
1. Oktober 2020, 19.30 Uhr, Heinrich-Heine-Buchhandlung, Essen

In einem knapp 300 Seiten starken Sonderteil innerhalb des Periodikums „Literatur in Westfalen“ (Hg. von Literaturkommission für Westfalen) haben Iuditha Balint, Arnold Maxwill und Michaela Wiegand Porträts, Photographien, Zeichnungen und Essays zusammengestellt, die einzelne Facetten des Werkkreises genauer in den Blick nehmen. Es geht dabei um das Verhältnis zur Gruppe 61, die Beziehung zu Gewerkschaften, den kritischen Realismus und den politischen Impetus des Werkkreis, Formen der Werkproduktion und vieles mehr.
Die Buchvorstellung wird begleitet von einer Graphik-Ausstellung, die es nur für für einen Abend geben wird: Einzelne Werke verlassen für diesen kurzen Zeitraum die heiligen Hallen des Archivs des Fritz-Hüser-Insituts und können bestaunt werden. Ein Abend mit Werner Jung, Arnold Maxwill und Ilse Straeter, moderiert von Michaela Wiegand.
Eine Veranstaltung des Fritz-Hüser-Instituts in Kooperation mit der Heinrich-Heine-Buchhandlung in Essen.

Institutionen zwischen Literaturbetrieb und Öffentlichkeit
6.-9. Oktober 2020, Seminar für Studierende der Universität Regensburg.
Findet digital statt.

Dass Archive Orte des Wissens sind, scheint unumstritten zu sein. Die Auffassung dagegen, dass sie auch Orte der Wissensvermittlung und der Öffentlichkeit zugewandt sein können, ist nicht so weit verbreitet. Im Rahmen des Seminars werden Literaturarchive als Institutionen betrachtet, die nicht nur Wissen sammeln, sondern auch aktiver Teil des Literaturbetriebes und des kulturellen Lebens sind und somit zur Demokratisierung von Wissen beitragen. Am Beispiel des Jubiläumsprojekts „works & circles“ diskutieren wir über die Medien, Methoden und (Netzwerk-)Strategien, mit denen wir Schätze aus dem Archiv des Fritz-Hüser-Instituts einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben.
Eine Kooperation des Fritz-Hüser-Instituts mit dem Institut für Germanistik der Universität Regensburg und dem Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg.

Horst Hensel: Salz & Eisen
Lesung aus einem Romanprojekt
15. Oktober 2020, 19.00 Uhr, Literaturhaus Dortmund
Eintritt frei

März 1920: Die Reichswehr putscht. Die Generäle wollen eine Militärdiktatur. Die Regierung flieht. Da treten 12 Millionen Arbeiter*innen, Angestellte und Beamt*innen in den Generalstreik. Im Ruhrgebiet bewaffnen sich 50 000 Arbeiter. Reichwehr und Freikorps werden zurückgeschlagen. Die Republik ist gerettet. Die Regierung kommt wieder ins Amt. – Und verbündet sich mit der Reichwehr gegen die Arbeiter im Ruhrgebiet… Es ist eine große Geschichte, die Horst Hensel, ehemaliges Mitglied im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt, in seinem neuen Epos gestaltet. Eine Geschichte von Sieg und Verrat, von Liebe und Tod. Ein wichtiger Schauplatz jener Ereignisse von 100 Jahren war Dortmund.
Eine Veranstaltung des Fritz-Hüser-Instituts in Kooperation mit dem Literaturhaus Dortmund.

Filmpremiere: Die Happy Few „Scheinarbeit“
24. Oktober 2020, 14.00 Uhr, Roxy Kino in Dortmund
Eintritt frei

„Die Happy Few“ nehmen in „Scheinarbeit“ eine Bestandsaufnahme dessen vor, was Arbeit heutzutage in unserer Gesellschaft bedeutet. Sie bemessen den Wert der Arbeit und des Arbeiten, die Arbeit als Ich-Macher, als Welt-Zerstörer und ihre Aussichtslosigkeit. Im Juli fanden die Performance und die dazugehörigen Dreharbeiten zu „Scheinarbeit“ statt, im Oktober wird nun die Filmpremiere gefeiert.

Ein Werk, viele Kreise – Der Werkkreis im Kontext der Zeit – ein Vortrag
31. Oktober 2020, 15.45 Uhr, Gewerkschaftshaus Nürnberg, Raum Burgblick
Eintritt frei

Als bundesweite Vereinigung von Schriftsteller*innen und Künstler*innen besteht der Werkkreis Literatur der Arbeitswelt seit inzwischen einem halben Jahrhundert. Nicht nur die Arbeitswelt hat sich seit den 1970er-Jahren geändert; auch ihre Akteur*nnen und sozialpolitische Debatten, die literarischen Ästhetiken und Stile sind andere geworden. Für das Jubiläumsprojekt „Works & Circle – 50 Jahre Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“ haben Mitarbeiter*innen des Fritz-Hüser-Instituts die Kisten in ihrem Literaturarchiv noch einmal gründlich durchforstet und dabei Altes wiederentdeckt und Neues gefunden. Über diese schlummernden Schätze, die Arbeit mit ihnen in unserer zeitgenössischen Öffentlichkeit und über die Videoinstallationen, die dabei entstanden sind, werden Dr. Iuditha Balint (Direktorin des FHI) und Michaela Wiegand (Wissenschaftliche Mitarbeiterin im FHI) berichten.
Eine Kooperation des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt mit dem Fritz-Hüser-Institut im Rahmen der 500-Jahre-Feier des Werkkreises in Nürnberg.

Korrigieren – eine Kulturtechnik
Wissenschaftliche Konferenz, 19. – 20. November 2020
Eintritt frei
Findet Digital statt. Streaming Plattform wird noch bekannt gegeben.
Anmeldung unter: jeggert@stadtdo.de

Schreiben vollzieht sich immer unter kulturell vorgeprägten Bedingungen und vor dem Hintergrund ästhetischer, stilistischer, grammatikalischer und inhaltlicher Regelsysteme. Dennoch sind Schreibprozesse i.d.R. mit der Vorstellung einer singulären und souveränen Autorschaft verbunden. Unbeachtet bleiben dabei Verfahren des Korrigierens, die sowohl dem Text zu einer druckfertigen Gestalt verhelfen als auch die Autor*Innenfigur ergänzen. Mit dieser Konstellation, ihren Praxen und möglichen Folgen für Kategorien der Autorschaft soweit der literarischen und wissenschaftlichen Textproduktion als einer Arbeitstätigkeit will sich diese Konferenz beschäftigen. Dabei perspektiviert sie Fragen kollaborativer Schreibprozesse, aber auch Korrigieren als Tätigkeit, die einerseits Produktionsverhältnissen unterworfen ist, andererseits selbst zur Produktion und Destruktion, Ergänzung, Verbesserung, Entstellung und Überschreibung von Texten und Gedachtem beiträgt.
Eine Kooperation des Fritz-Hüser-Instituts mit der Universiteit van Amsterdam und der Universiteit Antwerpen.

„Man kann doch keinen jungen Hund versaufen, wer weiß, was noch draus wird“
Künstlerische Vermarktungsstrategien des Werkkreis Literatur der Arbeitswelt – ein Vortrag
26. November 2020, 18.00 Uhr, HOESCH-Museum, Dortmund
Eintritt frei

Der Werkkreis Literatur der Arbeitswelt gründete sich 1970 in Dortmund und war jahrzehntelang bundesweit in lokal und regional ausgerichteten Gruppen tätig. Diese Gruppierungen, die Werkstätten, haben nicht nur die literarische Landschaft in NRW und der Bundesrepublik der 1970er und 1980er Jahre maßgeblich geformt, sondern auch einen politisch engagierten, kollektiven Umgang mit Literatur und Kunst etabliert, dessen Folgen bis in unsere unmittelbare Gegenwart spürbar sind. Wie der Werkkreis organisiert war, wie seine Mitglieder und Werkstätten literarisch-künstlerisch agierten und welche Strategien sie im literarischen, politischen, marktökonomischen und journalistischen Bereich für die Vermarktung ihrer Werke, Ideen und Ideologie(n) verfolgten – darüber geben in ihrem Vortrag Dr. Iuditha Balint und Michaela Wiegand Aufschlusss.
Ein Kooperation des HOESCH-Museums mit dem Fritz-Hüser-Institut.


50 Jahre Werkkreis Literatur der Arbeitswelt

Zur Programminformation klicken Sie bitte auf das Bild

Empfehlung zum 50. des Werkkreises:
Literatur in Westfalen – Beiträge zur Forschung 17
AISTHESIS Verlag Bielefeld
Herausgegeben von Walter Gödden und Arnold Maxwill
ISBN 978-3-8498-1535-6, 29,80 Euro
Einschließlich eines ausführlichen Sonderteils „Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“
Autorinnen und Autoren schreiben aus ihrer Sicht über den Werkkreis.


Die Fritz Hüser Mitteilungen 1/2020
sind erschienen

 


Die Fritz Hüser Gesellschaft, das Literaturhaus Dortmund und das Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt haben in Zusammenarbeit und Kooperation mit dem Projekt „writers in exile“ des PEN-Zentrum Deutschland ein deutliches politisches Statement gesetzt. Zwei Lesungen und Gespräche mit der  in der Türkei verfolgten Schriftstellerin, Dokumentarfilmerin und Menschrechtlerin Sehbal Senyurt Arinli und Umar Abdul Nasser, einem im Irak vom IS verfolgten Dichter und Filmemacher.

Sehbal Senyurt Arinli las aus ihrem Werk „Zwei Autorinnen im Transit“. Die Texte waren nahegehend und anrührend. Heinrich Peuckmann, Generalsekretär des PEN-Zentrum Deutschland sorgte für die Übersetzung und moderierte eine spannende Gesprächsrunde mit neuen Kenntnissen und Einsichten bei den Besuchern am 13. Febr. 2020 im Literaturhaus Dortmund. Ihr Buch “ Zwei Autorinnen im Transit – Ein Dialog“, 143 Seiten kann für 18 Euro bezogen werden über: info@arbeiterkultur.de

 

 

 

 

 

 

Die Performance mit Umar Abdul Nasser am 13. Februar 2020 im Dortmunder Literaturhaus war überaus beeindruckend – von sensible Sprache, starker Musik und eindrucksvollen Bildern geprägt. Er wurde begleitet vom Lyriker Thorsten Trelenberg, literaturraumdortmundruhr, auch Mitglied des Vorstandes der Fritz Hüser-Gesellschaft, der eine engagierte Gesprächrunde moderierte.

Fotos: Eberhard Weber


Es war ein spannender und überaus anregender Abend! Im Rahmen der Lesereihe „Gewerkschafter*innen und ihre Lieblingsbücher“ las Elke Spahn (EVG) eigene Gedichte und Frank Bsirske (verdi) stellte das Werk „Ästhetik des Widerstands“ von Peter Weiss am 9. Dezember 2019 im Literaturhaus Dortmund vor. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jutta Reiter und Eberhard Weber.

 

 

 

 

 

 


Die neuen Mitteilungen der Fritz Hüser-Gesellschaft 2/2019 sind erschienen


Neuer Vorstand der Fritz Hüser-Gesellschaft gewählt
Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung am 2. Oktober wurden nach einer ausführlichen Präsentation der aktuellen und zukünftigen Arbeit des Fritz-Hüser-Institutes durch Dr. Iuditha Balint und eines Geschäftsberichtes der Fritz Hüser-Gesellschaft durch dessen Vorsitzenden Eberhard Weber ein neuer Vorstand gewählt.
Eberhard Weber wurde als Vorsitzender bestätigt. Als stellvertretender Vorsitzender wurde Dr. Karl Lauschke, als Schatzmeister Herbert Mai und als Schriftführer Georg Deventer gewählt. Matthias Dudde, Dr. Dirk Hallenberger, Dörte Hein, Birgit Jörder, Manfred Jostes, Dr. Anne Kugler-Mühlhofer, Gerd Puls, Thorsten Trelenberg, Volker Zaib und Rainer Wanzelius als Beisitzerinnen und Beisitzer gewählt. Als Revisoren zeichnen Norbert Hüwel und Roland Pauls verantwortlich.


Die Veranstaltungen des 2. Halbjahres
finden Sie hier


Autor Wolfgang Körner gestorben

Menschen, die ihn kannten, beschreiben ihn als „eigensinnig“, „mit Ecken und Kanten“, als „guten Freund“ und Schriftsteller, der sich für andere engagiert hat. Wolfgang Körner (1937–2019), Breslauer und Wahl-Dortmunder, ist am 25. April im Alter von 81 Jahren gestorben.
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Die diesjährige Studienfahrt führt uns nach Lübeck!
Hier können Sie den Flyer downloaden